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Wir besuchten die Lóngjǐng (Drachenbrunnen) Teefarm etwas außerhalb Hangzhous und kraxelten durch die auf Terrassen angebauten Teesträucher. Alles ist grün hier und macht einen wohlhabenden Eindruck. Bei den Chinesen gibt es Grüntee-Connaisseurs, vergleichbar unseren Weinkennern, die über die Geschmacksnuancen verschiedener Lagen und Jahrgänge fachsimpeln können. Frühlingstee ist der beste, und das Zentralkommittee in Beijing trinkt bei seinen Sitzungen ausschließlich Drachenbrunnentee. Wir demnächst auch, denn nach einem perfekten Verkaufsgespräch kauften fast alle aus unserer Reisegruppe zwei oder mehr prall gefüllte Dosen Grüntee der besten (in jedem Fall aber teuersten) Sorte; ab zwei Dosen gibt es noch eine Baby-Dose als Zugabe.

Danach fuhren wir zur Liuhe Pagode, die derzeit wegen Renovierung geschlossen ist. Sie liegt auf einem Berg in einem idyllischen Park mit vielen Modellen diverser Pagoden aus ganz China und einem kleinen aber kaiserlichen Goldfischteich. Vom Park sieht man auf den einen Kilometer breiten Fluss Qiantang, an dessen gegenüberliegenden Seite sich die Skyline des neuen Geschäftszentrums erhebt: Hochhaus neben Hochhaus, und alles Idyllische ist wie weggeblasen.

Nach Mittagessen mit vielen „Gute-Geschmack-Speisen“ (so Franziska) schlenderten wir durch ein nettes Viertel mit Antiquitäten und anderen Läden, ehe wir uns – zurück im Hotel – auf drei Fahrräder schwangen (Magi, Elke und ich) und uns in den Verkehr warfen.

Nach kurzem ziellosen Herumfahren fanden wir uns in einer Villengegend wieder, wo die noblen weiträumigen bewachten Häuser, die
Gartenanlagen, die Automodelle, der lauschige Park davor – einfach alles – nach Geld aussah. Nach viel Geld.

Zum Abschied von Hangzhou statteten wir nochmal dem Marschall Lin Biao einen Besuch ab: wir gingen in sein großes unterirdisches Hallenbad, das jetzt zu unserem Hotel gehört und vermutlich nach seiner Zeit mit kitschigen Buddhafiguren und Felsbrocken aus Pappmachée verziert wurde.

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