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Wir haben einen neuen lokalen Tourguide: Franziska („Sie können mich Franzi nennen“). Sie stammt aus Harbin in Nordchina wo man nicht Bier sondern Schnaps trinkt, und lebt seit 6 Jahren in Hangzhou. Sie ist 27, hat vier Jahre Germanistik an der Universität in Hangzhou studiert, spricht sehr gut und deutlich deutsch und ist Tourguide mit ganzer Seele. Sie übertrifft sich immer wieder selbst mit Euphämismen, alles – auch unsere Reisegruppe – ist schön und gut.

Unser schönes Hotel – das ZTG Zhejiang Hotel – liegt nahe am schönen West-See, außerhalb von Hangzhou. Hier ist alles grün und idyllisch; die 8-Millionenstadt sehen wir nur als dunstige Skyline am Horizont.

Wir besichtigen eine große buddhistische Tempelanlage – den Lingyin Tempel – wobei uns viele Zusammenhänge diesmal durch Franziskas sehr lebendige Erklärungen deutlich werden. 70% der Chinesen glauben – nach ihrer Darstellung – „irgendwie“ an die buddhistischen Gottheiten, aber nur weniger als 30% hält sie für tief gläubig.

Wieder sehen wir viele Gläubige, die sich im knien verneigen und Räucherstäbchen verbrennen und mir fällt auf, wie naht- und reibungslos stille Andacht und touristischer Troubel aneinander vorbei und ineinander fließen. Die Dinge um die es in den Gebeten geht, sind unbefangen pragmatisch. Gutes Wetter, Gesundheit, Reichtum, Erfolg in der Prüfung.

In der Halle für Heilkraft stehen die Allegorien der chinesischen Tierkreiszeichen aufgereiht. Schlange und Hase – Elke und ich passen nach dem chinesischen Horoskop bestens zusammen, jedenfalls hat das Franziska zuverlässigen Quellen im Internet entnommen.

Wir spazieren durch die Parkanlagen am Westsee, sehen schöne dicke Goldfische und machen eine Bootsfahrt vorbei an sehr schönen Inselchen. Gekrönt wird der Abend von einem fulminanten Essen im Louwailou Restaurant direkt am See, bevor uns der Bus wieder in unserer etwas abseits gelegenen Nobelherberge abliefert.

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