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Wenn ich 1973 erzählte, dass ich plante, in die Volksrepublik China zu reisen, war die spontane Reaktion Verblüffung, und dann hielt man mich entweder für verrückt, oder für einen maoistischen Revoluzzer (das erste wies ich von mir, das zweite war auch schon nicht mehr wahr).

Heute ist die Reaktion meist: „Da war ich letztes Jahr. Wo fahrt ihr denn hin? Ich war in …“ gefolgt von einer Liste exotischer Orte, von denen ich nie gehört habe.

Die Welt ist in den letzten 40 Jahren unvorstellbar kleiner geworden, die Informationsdichte gigantisch angewachsen (Alleine Blogs über China – von Leuten die seit Jahren dort leben und wirklich etwas zu sagen haben – gibt es viele und gute).

In den Siebzigern war die Information viel stärker überschattet von Ideologie: Man war total dafür oder total dagegen. Unabhängige Stimmen gab es keine. Heute wird die Propaganda zwar immer noch ausgesendet, aber viel weniger ernst genommen. Zensur findet immer noch statt, aber sie ist löchrig geworden.

Aber auf die Frage „Wo fahrt ihr denn hin?“ will ich antworten, und wie es sich gehört mit den modernen Mitteln des Internet: Hier.